Unterer Gastrointestinaltrakt

Rektumkarzinom

Die Strahlentherapie ist ein zentraler Bestandteil der modernen, zumeist multimodalen Behandlungskonzepte beim Rektumkarzinom (Enddarmkrebs). Am Zentrum für den Organerhalt bei Rektumkarzinom des Universitätsklinikums Köln spielt sie eine besonders wichtige Rolle – mit dem Ziel, den Tumor vollständig zu eliminieren, dabei aber die natürliche Darmfunktion zu erhalten und eine dauerhafte Stomaanlage möglichst zu vermeiden.

Je nach individueller Tumor- und Patientensituation kommen unterschiedliche Bestrahlungskonzepte zum Einsatz. Dazu zählen sowohl die Kurzzeitbestrahlung (über etwa eine Woche) als auch die Langzeitbestrahlung (über ca. fünf bis sechs Wochen), jeweils gegebenenfalls kombiniert mit einer begleitenden Chemotherapie. In ausgewählten Fällen kann zudem eine Dosiseskalation mittels Brachytherapie (gezielte Bestrahlung von innen) erfolgen, um eine besonders effektive lokale Tumorkontrolle zu erreichen.

Trotz aller organerhaltenden Bemühungen ist in einigen Fällen eine Operation notwendig – etwa wenn der Tumor nicht ausreichend auf die Vorbehandlung anspricht oder andere medizinische Gründe dies erfordern.

Die Strahlentherapie beim Rektumkarzinom gehört zu einem unserer Forschungsschwerpunkte am Universitätsklinikum Köln. Sie wird bei uns nach dem aktuellsten Stand der Wissenschaft und Technik durchgeführt – unter Einsatz modernster Bestrahlungsverfahren, präziser Bildgebung und sorgfältiger Planung.

Unser strahlentherapeutisches Team arbeitet eng mit allen beteiligten Fachdisziplinen – darunter Chirurgie, Onkologie, Radiologie, Pathologie, Endoskopie und Pflege – zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten eine individuell abgestimmte, hochmoderne und möglichst schonende Behandlung zu gewährleisten.

Wir beraten Sie gerne hinsichtlich der für Sie am besten geeigneten Behandlungsmöglichkeiten.

Analkarzinom

Bei lokal oder lokoregionär begrenztem Analkarzinom stellt die etwa sechswöchige definitive Radiochemotherapie ohne primäre Operation den aktuellen Therapiestandard dar. Diese Behandlungsmethode zeigt ein sehr gutes Ansprechen und bietet den großen Vorteil des Organerhalts, wodurch in den meisten Fällen ein künstlicher Darmausgang vermieden werden kann.

Die Therapie wird mit hochkonformalen Techniken wie der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT) (zumeist als volumetrisch modulierten Arc-Therapie (VMAT)) durchgeführt, die auf Basis hochauflösender MRT-Bildgebung präzise geplant wird. Diese modernen Verfahren gewährleisten eine genaue Tumorlokalisation und eine präzise Schonung der umgebenden Risikoorgane, was zur Verbesserung der Verträglichkeit beiträgt.

Ein entscheidender Aspekt ist die finale Remissionsbeurteilung, die sechs Monate nach Beginn der Therapie bei lokal oder lokoregionär begrenztem Analkarzinom durchgeführt wird. Zu diesem Zeitpunkt erfolgen eine Magnetresonanztomographie (MRT), eine Proktorektoskopie sowie ein Staging-CT, um den Therapieerfolg zu überprüfen. Obwohl in den meisten Fällen der Tumor erfolgreich mit einer Radiochemotherapie therapiert wird, kann in seltenen Fällen noch ein aktiver Tumor nachgewiesen werden. In diesen Fällen ist eine sekundäre Tumorresektion notwendig.